• Katharina Weiss

Ohne Sammelethik kein Pflücken: Tipps für achtsames und naturverbundenes Kräuter sammeln

Achtsames, naturverbundenes Sammeln von Pflanzen & Sammelethik bilden immer eine Einheit. Diese Tipps für Achtsamkeit und Dankbarkeit beim Sammeln von Wildkräutern unterstützen dich dabei deine ganzheitlichen Naturverbindung zu stärken.


Sammelethik

1 Was bedeutet Sammelethik?

2 Warum Ethik beim Sammeln von Wildkräutern?

2.1 Sammelethik und Naturverbindung: Untrennbar vereint

2.2 Umweltschutz durch Sammelethik

3 Achtsamkeit und Sammelethik

3.1 Wo sammeln?

3.2 Ist es nötig die Pflanze abzureißen?

3.3 Ist die Pflanze bereit mit dir mitzukommen?

3.4 Abreißen statt Ausreißen (inkl. Wurzel-Tipp)

3.5 Welche Pflanze benötigst du und wie viel davon?

3.6 Wie viel verträgt der Standort?

3.7 Wie wird der Platz schöner?

3.8 Rechtliches: Wo ist es erlaubt zu sammeln und wie viel?

4 Dankbarkeit und Sammelethik

4.1 Wofür wir beim Kräuter sammeln dankbar sein können

4.2 Vier Ebenen der Dankbarkeit bei naturverbundener Sammelethik

4.2.1 Bei der Pflanze bedanken.

4.2.2 Bei dem Platz bedanken.

4.2.3 Bei den Lehrer:innen oder anderen Beteiligten bedanken.

4.2.4 Bei Mutter Natur bedanken.

4.3 Möglichkeiten deine Dankbarkeit auszudrücken

5 Nutze Sammelethik für deine Naturverbindung


Was bedeutet Sammelethik?

Sammelethik
Definition von Sammelethik

Das Wort Ethik kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie moralische, sittliche Handlungsweise oder Verständnis.


Sammelethik beschreibt nichts anderes, als achtsames, dankbares und verantwortungsbewusste Verhalten beim Sammeln und Ernten von Pflanzen, Knospen, Pilzen, etc.


Ich spreche folgend der Einfachheit halber von "Pflanzen". Andere Lebewesen, die wir sammeln und pflücken, wie Pilze, Knospen, Moose, Sträucher, Holz, ... sind jedoch in meinen Gedanken eingeschlossen!


Warum Ethik beim Sammeln von Wildkräutern?

Für Sammelethik gibt es mehrere gute Gründe:

  1. Sammelethik wurde von unseren Vorfahren bzw. wird bis heute von indigenen Völkern ganz selbstverständlich praktiziert. Sammelethik ist etwas zutiefst Menschliches. Menschen, die mit sich und anderen verbunden sind, praktizieren Sammelethik ganz automatisch.

  2. Außerdem ist sie unverzichtbare Grundlage, wenn du das Sammeln von Kräutern oder Pflanzen zur Vertiefung deiner Naturverbindung nutzen möchtest.

  3. Weiters bedeutet Sammelethik auch Umweltschutz.


Sammelethik und Naturverbindung: Untrennbar vereint

Sammelethik und die Verbindung zur Natur sind untrennbar miteinander vereint.

Denn wenn du mit der Pflanzenwelt verbunden bist kannst und willst du nicht unethisch sammeln.


Kräuter sammeln ist ein massiver Hebel für deine Naturverbindung:

Warum Sammelethik
Warum du Sammelethik beim Kräuter sammeln bedenken solltest.
  • Du beschäftigst dich mit Pflanzen, ihrer Bedeutung, Wirkung, Standort, Bedürfnissen, Vorkommen, Gefährdung, Zubereitung, Nutzen, ...

  • Du gehst hinaus und begibst dich achtsam "auf die Suche" nach der Pflanze, die du sammeln möchtest. Sprich du erkundest neugierig die Landschaft.

  • Du verbindest dich über die Suche, Pflücken, Zubereitung, Verzehr, Räuchern, uÄ mit der Pflanze, ihren Spirits, ihren Botschaften, etc.


Der Prozess der Verbindung hat viele Phasen: Von der Idee zu sammeln, über die Recherche, finden der Pflanze, bestimmen, achtsam pflücken, verarbeiten und durch die Nutzung wieder verbinden. Einmal im Kreislauf.


Sammelethik Verbindung
Sammelethik unterstützt dich dabei achtsam eine Beziehung von Herz zu Herz zwischen zwei Lebewesen aufzubauen, um deine ganzheitlichen Naturverbindung zu stärken.

Umweltschutz durch Sammelethik

Sammelethik unterstützt automatisch den Schutz der Umwelt und deiner natürlichen Umgebung:

  • Du informierst dich und sammelst nichts, das geschützt ist.

  • Du erntest nur in Mengen, die für den Standort verträglich sind. Sprich du "überstrapazierst" das System nicht.

  • Du beschäftigst dich. Und was wir lieben schützen wir.


Achtsamkeit und Sammelethik

Sammelethik bezieht viele Perspektiven des Kräuter Pflückens mit ein.

Die unterschiedlichen Facetten ganzheitlicher, spiritueller Naturverbindung berücksichtigen auch die Beziehung zwischen dir, dem anderen Lebewesen (also der Pflanze, die du pflückst) und deinem Platz.


Durch Sammelethik gelingt es ...

  • deine Achtsamkeit im "logischen Denken" (Pflanze bestimmen, passenden Ort finden, etc.) zu fördern und

  • deine emotionale, spirituelle Achtsamkeit den Bedürfnissen der Pflanze und des Platzes gegenüber (will die Pflanze mit, Platz schöner machen, etc.) zu stimulieren und schulen.


Achtsamkeit Sammelethik
8 Möglichkeiten für mehr Achtsamkeit beim Kräuter sammeln

Diese 8 Aspekte kannst du für mehr Achtsamkeit und damit Naturverbindung beim Sammeln beachten:

  1. Wo sammeln?

  2. Ist es nötig die Pflanze abzureißen?

  3. Ist die Pflanze bereit mit dir mitzukommen?

  4. Ab- statt Ausreißen (inkl. Wurzel-Tipp)

  5. Welche Pflanze benötigst du und wie viel davon?

  6. Wie viel verträgt der Standort?

  7. Wie wird der Platz schöner?

  8. Rechtliches: Wo ist es erlaubt zu sammeln und wie viel?


3.1 Wo sammeln?

Sammle nur dort, wo es erlaubt ist!

Das bedeutet:

  • Nicht ungefragt auf Privatgrund anderer Menschen sammeln. (Eh klar, oder?!)

  • Nicht in geschützten Gebieten sammeln! (zB Nationalparks oder Naturschutzgebiete)

  • (Rechtliches findest du weiter unten noch!)


Ein weiterer nicht zu vergessender Punkt: Nur sammeln wo der Boden "gut" ist.

Problematisch kann es an diesen Orten sein:

  • Neben (stark befahrenen) Straßen (ua hohe Bleiwerte). Hecken als Barrieren und einige Meter Abstand zur Straße senken die Belastung. (Quelle: Studie "Essbare Stadt", Dr. Ina Säumel, TU Berlin )

  • Vormalige Industriegebiete (Belastung mit Rückständen aus der jeweiligen industriellen Nutzung)

  • Bei Bahngleisen (dort wird viel gespritzt)


In Verbindung mit Kräuter-Sammeln kommt auch immer wieder der Fuchsbandwurm ins Gespräch. Einige Infos dazu findest du hier.


Ganz prinzipiell gilt: Wenn du Kräuter oder Pflanzen (insbesondere für den Verzehr) sammelst, schadet mit Wasser abwaschen nie!


3.2 Ist es nötig die Pflanze abzureißen?

Oft ist das Abreißen einer Pflanze gar nicht notwendig, sondern bücken oder auf den Boden dazusetzen reichen aus.

Etwa wenn die die Pflanze bloß ansehen, bewundern oder mit ihr in Kontakt treten willst.


Lass die Pflanze in so einem Fall doch einfach weiter leben!


3.3 Ist die Pflanze bereit mit dir mitzukommen?

Hört sich rein rational gedacht vielleicht seltsam an. Doch wenn du naturverbunden bist ist dieser Punkt so normal und einleuchtend.


Naturverbindung Kontakt

Naturverbindung bedeutet "in Kontakt gehen". Somit auch mit Pflanzen.

Solltest du für dein Vorhaben eine Pflanze pflücken wollen, dann ...

  • verbinde dich mit der Pflanze bevor du sie oder Teile von ihr abreißt

  • frag ehrlich nach, ob sie "mit dir mitkommen will"

  • achte und respektiere die Antwort.


Die Antwort, auf deine ehrlich gemeinte Frage, kommt vielleicht nicht verbal. Aber du wirst wissen was die Antwort ist, wenn du sie bekommst.

Probier das ein paar Mal aus, dann weißt du wie die Kommunikation für dich gut klappt.


Pflanzen geben sich für uns Menschen oder Tiere hin. Als Nahrung, Heilmittel, Energiespender:in, etc.

Aber nicht jedes Individuum (also einzelne Pflanze) ist bereit sich dir jetzt zu schenken.

Sammelethik und Naturverbundenheit bedeuten auch, dass du diese Antwort respektierst und dich nicht über sie hinwegsetzt.


Eine Pflanze kann nicht verbal "nein" schreien oder dir in den Finger beißen, um ihre Grenzen zu wahren. Du entscheidest, ob du achtsam und respektvoll bist oder als "der/die Stärkere" die Antwort der Pflanze ignorierst.


3.4 Abreißen statt ausreißen

Ein kleiner, aber gewichtiger Unterschied.

  • Abreißen bedeutet, etwa abschneiden oder den Stängel (mit den Fingernägeln) kappen. Das ist völlig ausreichend, wenn du nur das Kraut, Blüte oder ebenen einen Pflanzenteil nehmen möchtest.

  • Ausreißen heißt, dass du auch die Wurzel (vollständig oder teilweise) ausreißt. Aber keine Wurzel bedeutet für eine Pflanze den Tod. Wenn du die Wurzel also nicht explizit "brauchst", lass sie inkl. ausreichend "Grün" im Boden, sodass die Pflanze weiterleben kann.


Tipp zum achtsamen Umgang mit Wurzeln:

Beim Pflanzen intensiv kennen lernen kann es ja durchaus vorkommen, dass du dir Wurzeln ansehen, riechen oder kosten willst.

  • Grab die Pflanze inkl. Wurzeln achtsam und vorsichtig aus, sodass du sie möglichst wenig beschädigst oder Wurzeln abreißt.

  • Sieh die Wurzel an, riech, whatever.

  • Grab die Pflanze inkl. Wurzel wieder ein.

So kann sich die Pflanze wieder erholen.


Wenn du Wurzeln wirklich zum Kochen, Heilanwendung, Handwerk, etc. verwenden möchtest, kannst du jeweils kleinere Mengen Wurzeln von mehreren Individuen nehmen.


Ein Beispiel dafür sind Wurzelkörbe. Hierbei kann es je nach Größe notwendig sein, Wurzeln von mehreren Bäumen zu nehmen, da ein einzelner Baum die entnommene Menge nicht verkraften könnte.


3.5 Welche Pflanze benötigst du und wie viel davon?

Überlege dir vor dem Sammeln gehen genau was und wie viel du wirklich-wirklich benötigst!


Nimm nie mehr als du benötigst!

Sammelethik - Nimm nie mehr als du benötigst
Leitsatz für naturverbundenes Kräuter sammeln

Dies ist ein zentraler Aspekt der Sammelethik und Inbegriff der Naturverbindung.


Dieser Leitsatz ist bei indigenen Völkern selbstverständlich in jeder Interaktion mit Flora und Fauna mitgedacht.


Persönliche Anmerkung: Ich bin der Meinung dies ist ein Leitsatz, den wir uns in der westlichen Welt ganz schnell, sehr bewusst und radikal in all unsere Gedanken und Handlungen holen sollten. Für eine Umwelt, die wir nicht gänzlich zerstören und für ein gemeinwohlorientiertes, verbundenes Zusammenleben zwischen Menschen.


So kannst du dem "Sammelwahn" vorbeugen.

Also dass du Pflanzen, die du ohne nicht verwendest, abreißt oder viel zu viel mitnimmst.

Sammelwahn vorbeugen

💭 Du kennst die Situation vielleicht: Du gehst raus und siehst all die vielen tollen Pflanzen. Bei ihrem Anblick schießen dir 1000 geniale Ideen durch den Kopf und du musst sie alle mitnehmen. Du beginnst also zu pflücken und sammeln und es kann gefühlt gar nicht genug werden. Obwohl du mit vollen Händen nach Hause kommst, setzt du im Endeffekt wenig bis gar keine deiner Einfälle um, weil dir doch die Zeit, Muße, Kenntnis, Ausrüstung, etc. fehlt. Schlussendlich sind die Pflanzen umsonst abgerissen und mitgenommen worden.


Stell dir diese paar Fragen:

  • Was möchtest du genau machen?

  • Welche Pflanze ist für dein Vorhaben geeignet?

  • richtigen Eigenschaften

  • nicht gefährdet

  • du kennst Plätze, wo diese Pflanze in ausreichender Menge und guter Qualität wächst

  • Wie kann ich die Pflanze sicher und zweifelsfrei (anhand mehrerer Merkmale) bestimmen? Sammle nur, was du sicher erkennst! So kommt du gar nicht in Versuchung etwas neu Entdecktes spontan zu pflücken.

  • Wie viel Pflanzen-Material benötigst du für dein Vorhaben wirklich?


Das Prinzip ist wie bei einer Einkaufsliste:

Wenn du dein Vorhaben kennst (die Pflanze und Pflanzenteile davon, die du für dein Vorhaben benötigst), kommst du deutlich weniger in Versuchung etwas anderes mitzunehmen. Und wenn du nach Plan sammelst bleibt deutlich weniger ungenutzt über, dass schlussendlich im Müll landet.


3.6 Wie viel verträgt der Standort?

Sammelethik Standort
Leitsatz für naturverbundenes Kräuter sammeln

Ein weiterer Grundpfeiler der Sammelethik ist es, du niemals den Bestand an einem Platz ausrottest.


Nimm nie mehr als der Standort unbeschadet hergeben kann.


Wenn du naturverbunden, achtsam und sorgsam mit dem Platz sammeln möchtest, musst du dir immer die Frage stellen:

Wie viel kann ich sammeln, ohne dass ich den Bestand der Pflanze an diesem Standort gefährde?


Wenn du weißt oder spürst, dass du mehr benötigst als der Standort verträgt, gibt es 2 Lösungen:

  1. Schraube deine Ansprüche runter und „brauche“ weniger. Sprich passe deinen Plan an das Angebot an Pflanzen an.

  2. Suche einen weiteren Standort der Pflanze und sammle dort weiter. Sprich erweitere das Angebot an Pflanzen. Achtung: Pflanzen sind endliche Ressourcen. Diese Taktik kannst du also nicht "ins Unendliche" ausweiten.

Gerade am Anfang wirst du vielleicht noch nicht so viele Standorte einer Pflanze kennen. Daher kommt wohl eher Lösung 1 zum Tragen. That's life. Bleib dran, sei achtsam und du wirst ganz automatisch mehr und mehr Sammelorte entdecken.


3.7 Wie wird der Platz schöner?

Eine wunderschöne Absicht oder Leitsatz, nicht nur beim Sammeln, sondern prinzipiell ist:


Meine Absicht ist es jeden Platz an dem ich bin ein kleines bisschen besser oder schöner zu verlassen als ich ihn vorgefunden habe.


Lass dich von dieser Intention auch leiten, wenn du Wildkräuter sammeln oder ernten gehst.


Mach den Platz besser oder schöner indem du etwas dort lässt oder mitnimmst.

Einige Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Nimm achtlos weggeworfenen Müll von deinem Platz mit und entsorge ihn korrekt.

  • Lass Nüsse, Beeren, Gemüse, etc (wertvolle, gesunde Nahrung) für die tierischen Bewohner:innen des Ortes dort. (Insb in der Stadt: Achtung, keine Ratten füttern.)

  • Säe neue Samen. (Achtung: Nichts Invasives oÄ ausbringen. Wenn du zB die Samen der Pflanze, die du pflückst, nicht brauchst verstreue sie dort.)

  • Bringe mit "Landart" Kreativität und Kunst in die Natur. (Steinformationen, Malerei, Blätter-Mandala, etc.)

  • Lass gute Worte oder ein Lied für die Bewohner:innen des Platzes da und bedank dich so für die Schönheit, Wunder und Gaben, die du dort empfangen durftest.


3.8 Rechtliches: Wo ist es erlaubt zu sammeln und wie viel?

Vorab: Die Regelungen unterschieden sich je nach Land, Bundesland bzw. Region.

Bitte informiere dich also spezifisch für den Ort, an dem du sammeln möchtest!

  • In Naturschutzgebieten darf gar nicht oder nur unter Einhaltung der dort geltenden Auflagen gesammelt werden!

  • Weiters darf auf Privatgrund nicht ohne Erlaubnis gesammelt werden.

  • Spezialfall Wald: Wälder sind oft Privateigentum. Das Betreten zu Erholungszwecken ist erlaubt, sofern die/der Waldbesitzer:in dies nicht ausdrücklich, zB durch ein Schild, untersagt. (Forstgesetz §33) Das Sammeln kann die/der Eigentümer:in ebenfalls untersagen.

  • Auch das Sammeln in Beeten (in Parkanlagen, Spielplätzen etc.) ist nicht erlaubt. zB in Wien durch die Grünanlagenverordnung untersagt (Grünanlagenverordnung §3 Abs 5)


Bestimmungen für das Sammeln von Wildkräutern oder sonstiger Pflanzenteile ist in Österreich nicht eindeutig geregelt.

Für nicht unter Schutz stehende Pflanzen gilt:

  • Sammeln ist nur für den Eigenbedarf und in dementsprechenden Mengen gestattet.

  • Die "Handstrauß-Regel". Das bedeutet, dass die "Stängel von Daumen und Zeigefinger einer Hand umfasst werden" können. (zB in Niederösterreich gem. NÖ Naturschutzgesetzt §17 Abs. 2)

  • Größere Mengen oder das Sammeln im Zuge von Veranstaltungen bedarf etwa in Wien jedenfalls einer Bewilligung der Naturschutzbehörde. (Wiener Naturschutzgesetz §14)

  • Verboten ist das Sammeln bestimmter Arten und in geschützten Gebieten. Für Wien findest du etwa hier eine Stadtkarte mit eingezeichneten Schutzgebieten.


In Österreich gilt für das Sammeln von Pilzen und Beeren:

  • "Das Sammeln (für den Eigenbedarf) [...] ist erlaubt, wenn die Waldeigentümerin/der Waldeigentümer es nicht ausdrücklich untersagt". (zB durch Beschilderung)

  • Nur in Mengen des Eigenbedarfs! Verboten sind jedenfalls Mengen über 2kg pro Tag.

  • Verboten sind auch die Durchführung und Teilnahme an Pilz- und Beerensammelveranstaltungen (Forstgesetz §174, Abs 3 d)

  • Verboten ist das Sammeln bestimmter Arten und in geschützten Gebieten.


Alle Quellen und weitere Details findest du hier: Ökosoziales Forum Wien, Umweltfreunde Österreich, RIS - Forstgesetz, RIS - Grünanlagenverordnung Stadt Wien, RIS - NÖ Naturschutzgesetz, Österreich.gv.at


Dankbarkeit und Sammelethik

Dankbarkeit ist im Naturmentoring ein integraler Teil und sogar eine Kernroutine.

Was Naturmentoring ist, woher die Ursprünge kommen und wie ich es lebe, kannst du im Artikel Naturmentoring & Naturcoaching nachlesen.


Der Ausdruck deiner Dankbarkeit ist etwas sehr Persönliches.


Dankbarkeit bedarf weiters keiner bestimmten Handlung, sondern ist eine Geisteshaltung, ein Grundgefühl, eine "energetische Schwingung", mit der du sammeln gehst.


Wofür wir beim Kräuter sammeln dankbar sein können

Ein konkreter Tipp, wie du deine Dankbarkeit beim Kräuter sammeln entdecken kannst:

Vergegenwärtige dir ganz bewusst, was du an Geschenken durch Mutter Natur und die Kräuter, die du sammeln kannst, erhältst. Zum Beispiel:

Dankbarkeit Sammelethik
5 Dinge, für die du beim Kräuter sammeln dankbar sein kannst
  • Nahrung oder Getränke, die du mit Genuss verspeisen oder trinken kannst.

  • Heilmittel, mit dem du dein physisches und psychisches Wellbeing unterstützen kannst.

  • Räucherwerk oder ätherische Öle, die dich auf ganz unterschiedlichen Wegen unterstützen.

  • Neugier und Begeisterung für die so vielfältige, reiche, heimische Pflanzenwelt.

  • Verbindung zur Natur, zu anderen Menschen und zu dir selbst. Verbindung zur Natur, ihren Schätzen und Gaben für dich. Verbindung zu anderen Menschen, wenn ihr euch gegenseitig inspiriert und gemeinsam neue Abenteuer beim Sammeln erlebt. (Mit Kindern auch genial!) Verbindung zu dir selbst, weil du achtsame Verbindungen in dein Leben integrierst.

  • ...


4 Ebenen der Dankbarkeit bei naturverbundener Sammelethik

Deine Dankbarkeit lässt sich mit naturverbundener Sammelethik (automatisch) auf vier Ebenen ausdrücken.


Wobei es nicht notwendig ist alle vier Ebenen einzeln "durchzugehen". Du sprichst alle 4 Empfänger:innen beim achtsamen, dankbaren - eben verbundenen - sammeln, automatisch an:


Ebenen Dankbarkeit Sammelethik
4 Ebenen der Dankbarkeit beim Kräuter sammeln
  1. Pflanze: Du dankst der Pflanze, dass sie sich dir hingibt und du sie pflücken darfst.

  2. Platz: Du dankst dem Platz, für sein Sein und dass er die Pflanze mit allem nötigen versorgt hat, sodass sie wachsen konnte.

  3. Lehrer:innen oder anderen Beteiligte: Du dankst all den Menschen, die daran beteiligt sind, dass du dich dem Kräuter sammeln widmen kannst.

  4. Mutter Natur: Du dankst Mutter Natur für ihre außergewöhnliche Schöpfung, sowie für alles was sie uns schenkt und lehrt.


Bei der Pflanze bedanken.

Am naheliegendsten ist natürlich das Bedanken bei der Pflanze selbst.

Du bedankst dich bei ihr, dass sie sich dir hingibt und du sie oder einen Teil von ihr pflücken, mitnehmen und nutzen darfst.

(PS: Natürlich nur, wenn die Pflanze ok damit ist, dass du sie nimmst! Wenn du nicht weißt was ich meine: Lies "Ist die Pflanze bereit mit dir mitzukommen?" im Abschnitt Achtsamkeit nochmal!)


Möglichkeiten deine Dankbarkeit der Pflanze zu zeigen, können sein ...

  • mit der Pflanze in Kommunikation gehen und "danke" sagen.

  • eine Berührung der Pflanze oder Handbewegung, die sich für dich gut anfühlt.

  • ein Gedanke und die davon ausgehende wohlgemeinte Energie.

  • zu gießen. Im heißen, trockenen Sommer einfach mal dein Wasser mit den Pflanzen teilen.

  • Dünger mitzunehmen. Ich habe eine Wurmkiste zu Hause und hab schonmal mit verdünntem Wurmtee gegossen.

Du siehst: Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!


Im Prinzip geht es bei Sammelethik und dem Dank gegenüber der Pflanze darum, dass du mit einer wertschätzenden Geisteshaltung sammelst und pflückst, anstatt mit einem Wurschtigkeits-Gefühl oder überhaupt ganz unüberlegt und unreflektiert an die Sache ranzugehen.


Bei dem Platz bedanken.

Mit dem Sammeln von Wildkräutern veränderst und formst du auch den Platz, an dem die Pflanze wächst.


Schenke auch dem Ort deine Dankbarkeit dafür, dass ...

  • der Platz die Pflanze mit allem Notwendigen versorgt, sodass sie wachsen konnte.

  • du an diesen Platz kommen und ihn mitgestalten (also sammeln) darfst.


Bei den Lehrer:innen oder anderen Beteiligten bedanken.

Beziehe bei deinem Dank unterschiedliche Menschen mit einen:

  • Lehrer:innen, Mentor:innen oder Autor:innen, die dir ihr (Pflanzen-)Wissen übergeben.

  • Vorfahren und frühere Generationen, die geforscht und uns damit ein so reichhaltiges Wissen aufgebaut haben.

  • Menschen, die dir Zeit und Raum schaffen und dich ermutigen und anspornen, sodass du Kräuter sammeln gehen kannst (Babysitter:innen, Partner:in, Familie, Freunde, etc.)

  • Menschen, die dir aufmerksam zuhören oder deine Kräuter-Kreationen kosten bzw. ausprobieren.

  • Menschen, die dich sonst unterstützen: Kolleg:innen, die es möglich machen, dass du rechtzeitig aus dem Büro raus kommst und noch sammeln gehen kannst. Busfahrer:innen, die den Öffi-Bus lenken, damit du zu deinem Sammelplatz kommst. ...


Bei Mutter Natur bedanken.

Auch geht ein Dank an Mutter Erde und ihre faszinierende Schöpfung!

  • An ihre reichen Gaben, dafür dass sie uns alles zur Verfügung stellt, was wir brauchen und wann wir es brauchen. Im Frühling etwa Kräuter, die uns Kraft geben und vitalisieren. Oder im Herbst besonders gehaltvolle Früchte, die uns Reserven für die Winterzeit anlegen lassen. Einen Dank an den Lebensraum, die Nahrung, Heilmittel, Ressourcen und Geschenke für unsere Seele, weil etwa der Anblick und Duft einer Blume oder die kühle Brise an warmen Sommertagen, einfach so wohltuend sind.

  • An die Geschöpfe, die mit uns auf der Erde leben dürfen.

  • An die Geduld von Mutter Natur, dass sie uns alles lehrt, was wir wissen müssen.

  • Und ein Danke für und an alles was an dieser Stelle unausgesprochen bleibt.


Möglichkeiten deine Dankbarkeit auszudrücken

Wie du deine Dankbarkeit ausdrückst und zeigst ist sehr persönlich.

Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur ein "passt für dich oder nicht".


Hier einige Impulse, wie du deiner Dankbarkeit beim Kräuter sammeln Ausdruck verleihen kannst:

Möglichkeiten Dankbarkeit Sammelethik
Deine Dankbarkeit beim Kräuter sammeln ausdrücken
  • "Danke" sagen. Teile dem Platz, Mutter Natur und den Spirits mit wofür du gerade dankbar bist.

  • Aufschreiben, zB in ein Journal.

  • (Hand aufs Herz und) hinfühlen.

  • Gib etwas zurück, um dich durch eine Handlung für all das was du hast oder bekommst zu bedanken.

  • Sing ein Lied, trommel, tanze, etc. Verbreite gute Laune und Energie am Platz und gib so der Natur und allen, die da sind, etwas zurück.

  • Lass ein paar Nüsse, Vogelfutter, Nestbaumaterial, etc. als Gaben für den Platz und die Bewohner:innen dieses Ortes zurück.

  • Werde mit "Landart" kreativ (aus dem englischen für Kunst in und mit der Natur). Bereichere den Platz und die Natur mit deiner Kreativität und mach sie schöner, reicher und energievoller.

  • Etwas unterlassen, was bisher vlt. nicht ganz so ideal war.

  • Gehe und bewege dich sanft und achtsam durch das Wohnzimmer der Tiere und Pflanzen, anstatt lauthals durch zu trampeln.

  • Du kannst dies auch "stellvertretend für Andere"* machen. Nimm zB Müll mit und hinterlasse dadurch den Platz schöner als du ihn vorgefunden hast. *Ich gehe davon aus, wenn du das hier liest, dass du keinen Abfall in der Natur wegwirfst und liegen lässt!

  • Feiere ein Ritual, um ganz bewusst und intensiv in deine Dankbarkeit hineinzugehen. Erfahre hier 5 simple Tipps, um dir dein stimmiges Ritual zu kreieren.


Egal ob du eine der vielen Möglichkeiten aus dem Naturmentoring nutzt oder deinen ganz eigenen Dankbarkeits-Ausdruck kreierst..

Das Wichtigste ist: Finde deinen Weg, der für dich gut passt und sich stimmig anfühlt!


Nutze Sammelethik für deine Naturverbindung

Beim Pflanzen sammeln geht es also nicht nur um das Finden und Verwenden von Wildkräutern.


Kräuter sammeln ist ein Prozess und Hebel für deinen Beziehungsaufbau zur Natur:

  • durch Recherche, das Sammeln draußen, die Interaktion (mit der Pflanze, dem Platz und der Natur) und schließlich der Verarbeitung der Pflanze.

  • eine Möglichkeit eine Beziehung von Herz zu Herz zwischen zwei Lebewesen aufzubauen.

  • Daraus entsteht und festigt sich deine ganzheitliche Naturverbindung. Eine Verbindung, die über den Kontakt zur Pflanze hinausgeht. Es entsteht eine Verbindung zu dir selbst.


Wenn du tiefer in die Verbindung zur Natur einsteigen möchtest, komm ins 1:1 Nature-Based Mentoring.