• Katharina Weiss

Der Falke & das Unterbewusstsein

Der Falke & das Unterbewusstsein. Wie Aufmerksamkeit, angelegten Muster und Fähigkeiten unbewusst da sind und unsere Wahrnehmung beeinflussen.



Hast du auch manchmal das Gefühl du weißt „überhaupt nichts“ zu einem Thema und dann passiert etwas und du denkst dir „wow, cool. Na ein bissi was muss doch etwas hängen geblieben sein.. weil wie konnte ich das jetzt überhaupt sehen – das war doch früher NIE da – und woher hab ich das jetzt eigentlich gewusst?!“


Diese Momente, durch die einem die Augen geöffnet werden und man erkennt was alles geht & tolles da ist.


Letztens hatte ich so einen Moment. Meine letzte Falkenbegegnung.


Der Falke im Hinterhof

Nach dem Habicht, hat nun ein Turmfalke beschlossen uns im Hinterhof zu besuchen. (Ließ hier weiter, wenn dich die Vogelvielfalt der Stadtvögel in Wien interiessieren.)


Und wie hab ich mich gefreut! So toll so ein tolles, schönes und faszinierendes Tier so nah – und mitten in der Großstadt – erleben zu dürfen. (Ich weiß, Turmfalken sind in der Großstadt nicht selten, aber das schmälert meine Faszination kein Stück..)


Und der Besuch hat mir so vieles gelehrt & aufzeigt. So viel Freude und gleichzeitig positive Bestärkung gegeben.


Achtsamkeit für Vogel-Geräusche

Folgende Erkenntnis ist für mich soooo cool: Ich bin achtsam. Achtsam auf Vogelrufe.


Obwohl ich beschäftigt war und überhaupt nicht bewusst auf die Geräusche um mich herum gehört habe oder aus dem Fenster gesehen habe, hab ich den Ruf des Falken irgendwie registriert. Es hat mich irgendwie gerissen. Irgendwas war anders. Irgendwas wollte meine Aufmerksamkeit. Ich hab einige Sekunden gebraucht, um unbewusst meine Gedanken zu sortieren & dann kam (auch irgendwie unbewusst) der Blick aus dem Fenster. Und wirklich genau in meinem Blickfeld sitzt der Falke.


Der ganze Prozess ist komplett unterbewusst und intuitiv abgelaufen ist. Faszinierend, oder?!

  • Ich hab nicht aktiv hingehört oder mich aufs hören konzentriert.

  • Ich hab nicht aktiv überlegt was ich da gerade wahrgenommen habe.

  • Ich hab nicht gezielt aus dem Fenster gesehen, sondern einfach intuitiv rausgesehen.


Vogelbestimmung ohne Bestimmungsbuch

Wuhuuuuuu! Ich hab kein Vogel-Bestimmungsbuch gebraucht habe, um zu wissen, dass es sich bei diesem majestätischen Vogel um einen Turmfalken handelt.


So toll – denn vor wenigen Jahren wirklich bei 0 gestartet habe. 2016 habe ich gerade einmal Tauben, Amseln und Spatzen unterscheiden können und dachte ich seh Raben in Wien (hm.. na fast ^^ Raben vs. Krähen, das war nicht so klar in meinem Kopf angelegt..)


Und mittlerweile schau ich hin – und zack – sagt mein Kopf: „jaaaa! boah! schnell! wuhu! schau – ein TURMFALKE“.


Also es ist einfach eine mega Entwicklung für mich sichtbar.


PS: Ich hab noch ein wenig gegoogelt. Es dürfte sich um einen männlichen Turmfalken handeln. (Kopf einfärbig gräulich und die Schwanzfedern unten mit einer schwarzen Endbinde. Quelle: NABU)


Das Unterbewusstsein macht’s möglich

Wie viele Gedanken und Erkenntnisse eine „kleine Vogelbegegnung“ – abgesehen von „cooooool, ein Vogi!!!“ – in Gang bringen kann!


Das Erlebnis mit der Falkensichtung im Hof hat mir in einigen Punkten die Augen geöffnet. Diesmal ist mir einiges richtig bewusst geworden. Schon bei einigen Gelegenheiten ist es genau so gelaufen, aber ich konnte nicht wirklich Lehren daraus ziehen.

Weil diese „Aha-Momente“ ja für jeden gültig sind möchte ich die grad mit dir teilen:

  • … wenn Dinge/Muster erstmal angelegt sind, ist dein Unterbewusstsein immer aufmerksam und bemerkt somit viel mehr, als du & bewusst mitbekommen. – zB du hörst den Ruf eines Vogels ohne überhaupt „gehört“ zu haben.

  • … wenn ein Reiz zu einem für uns wichtigen Muster kommt, schlägt die Aufmerksamkeit, die immer unterbewusst mitläuft, Alarm und wir werden ganz „wach“. Wir wissen irgendwie, dass jetzt gerade etwas für uns ganz wichtig ist. – zB du bist plötzlich grad aufgeregt ohne zu genau zu wissen wieso, aber irgendwas ist gerade passiert und du realisierst langsam was es war, zB du hast einen Vogel gehört.

  • … und dann können wir intuitiv – also auch wieder unbewusst – bestimmen wo unsere bewusste Wahrnehmung jetzt hin gehen soll. – zB wir können intuitiv zielgerichtet zum Reiz, zB dort hin wo der Vogel gerufen hat, schauen, ohne wirklich zu wissen wo das ist.


  • –> Das Unterbewusstsein ist also immer aufmerksam, wach und präsent im Augenblick. Es bekommt viel mehr mit als wir bewusst wahrnehmen und filtert uns das von all den Eindrücken heraus, was für uns interessieren kann. So ein tolles Ding! 😀

Hast du auch so tolle Erlebnisse gehabt, weil dein Unterbewusstsein plötzlich „Alarm“ geschlagen hat, weil was tolles um dich herum ist?


Ich würd sagen – fröhliche unbewusste Aufmerksamkeit dir ;P


Turmfalke
Turmfalke Flug